Olympus DS-9500 AS-9000

OLYMPUS Diktiergeräte im Vergleich

Die professionellen Diktiergeräte hat OLYMPUS in diesem Sommer (2018) um zwei Modelle bereichert. Das DS-9500 und das DS-9000 lösen ihre Vorgänger DS-7000 und DS-3500 ab. Wie groß sind die Unterschiede zwischen den alten und neuen Diktiergeräten? Und was unterscheidet die beiden neuen Spitzenmodelle voneinander?

Nur unter dem Blickwinkel des Diktanten betrachtet, fällt der Verlust eines Modells mit Drucktasten sofort auf. Über Jahrzehnte hat OLYMPUS — sowohl im analogen als auch im digitalen Diktiergeräte-Sortiment — die Drucktasten-Bedienung neben der mittels Schiebeschalter bestehen lassen. Das ist nun vorbei. Die beiden Topmodelle — ja die ganze Produktlinie — sind nun auf auf die Schiebeschalter-Bedienung umgestellt. Um im Kleingedruckten zu wühlen: auf Schiebeschalter mit optischem Sensor. Die Mechanik, die auch zuvor äußerst präzise und nicht störanfällig war, wird auf diese Weise unverwüstlich.

Einen erheblichen Unterschied stellt der diktierende Arzt oder Anwalt auch durch die integrierte Wireless-Funktionalität fest, die nur das DS-9500 aufweist. Gab es beim „DS-7000 Air“ mittels einer optionalen W-LAN-Karte schon erste, eingeschränkt benutzerfreundliche Ansätze zum drahtlosen Versand von Diktaten, ist diese Funktionalität beim DS-9500 nun auf einem zeitgemäßen und für den Anwender umstandslos verwendbaren Niveau. Mußte beim DS-7000 noch ein von einer W-LAN-Karte aufgebauter Hotspot zum Zugriff auf Diktate aufgebaut werden, versendet das DS-9500 diese nun über einen in der Nähe befindlichen W-LAN-Router oder einen Hotspot per E-Mail. Fast noch eleganter ist es, dass innerhalb eines W-LANs befindliche Diktatarbeitsplätze zur Ablage von Diktaten erreicht werden können. Ein Knopfdruck genügt, um ein Diktat ohne Verbindung mittels USB-Kabels oder Docking-Station auf dem Rechner des Autors abzuladen, auf dem es dann z.B. automatisiert einem Spracherkennungsprogramm zugeführt werden kann.

Aber auch die Dockingstation des DS-9500 erhöht den Arbeitskomfort des Autors im Vergleich zu den USB-Dockingstationen, die es bislang gab. Es handelt sich nunmehr nämlich um LAN-Dockingstation wie PHILIPS sie vor Jahren bereits eingeführt hat und — in veränderter Bauart mit dem SpeechAir — weiterhin anbietet. LAN-Dockingstationen sind mit einem Ethernet-Kabel ins LAN eines Betriebs eingebunden. Man kann sie mit Arbeitsgruppendruckern vergleichen, die, irgendwo platziert, jedermann zugänglich sind. Nehmen diese Dockingstationen ein Diktiergerät auf, können darauf befindliche Diktate automatisch an das vorgegebene Zielverzeichnis im LAN übertragen werden.

Das DS-9000 verfügt über diese Spitzen-Funktionalitäten nicht. Die W-LAN-Fähigkeit geht ihm ab, die LAN-Dockingstation des DS-9500 zählt nicht zum Lieferumfang des Standard-Pakets und wird im übrigen auch nicht unterstützt. Das DS-9000 ist das „Arbeitspferd“ im Vergleich der beiden aktuellen Spitzenmodelle von OLYMPUS. Äußerlich ist ihm kein Unterschied zum DS-9500 anzumerken. Es verfügt, was die Aufnahmequaliät angeht, in Zahl und Bauart über die gleichen Mikrofone wie das DS-9500. Mit Ausnahme des W-LANs kann das DS-9000 über das Diktiergeräte-Menü ebenso wie das DS-9500 justiert werden; die zum Lieferumfang zählende Diktatverwaltungs-Software ist in beiden Fällen die Olympus Dictation Management Software (ODMS) in der Version 7.x, die von einem bis zu tausenden von Anwendern skalierbar ist.

Weithin unbeachtet — und dennoch clever von OLYMPUS – ist, dass die neuen Modelle mit der Dockingstation der Vorgänger kompatibel sind. Anwender, welche ein betagtes DS-7000 durch ein DS-9000 ersetzen wollen, können zum DS-9000 Standard Kit greifen, das ohne Dockingstion geliefert wird. Sie nutzen in dem Fall die alte Dockingstation weiter und sparen nicht unbeträchtlich: Nur das DS-9000 Premium Kit wird mit Dockingstation ausgeliefert und ist aus diesem Grunde höher ausgepreist.

Ein grundlegender Unterschied zwischen den alten und neuen Top-Modellen von OLYMPUS zum Schluss: Die neuen verrichten ihre Dienste auf Grundlage des weit verbreiteten „Smartphone-Betriebssystems“ Android. Das zeigt den Lauf der Zeiten und die Zukunft der Diktiergeräte an, die Jura- und Medizinstudenten nach Abschluss ihrer Studien wohl nutzen werden.