Philips SpeechMike LFH 3510

Diktiergeräte mit Kabel

In der Königsklasse der Diktiergeräte finden wir die PHILIPS DPM 8000 und die OLYMPUS DS-7000. Zugegebenermaßen gilt vor allen ihnen unsere Aufmerksamkeit, wenn es um technische Daten, Testberichte oder Einsatzszenarien gilt. Es handelt sich um Handdiktiergeräte. Sie werden üblicherweise mobil genutzt und bieten das Höchstmaß an Flexibilität, weil sie darüberhinaus auch als Diktiermikrofone taugen: Mit einem USB-Kabel zwischen mobilem Diktiergerät und Rechner kann man im Prinzip das Diktiermikrofon haben, das man nur noch von Schwarzweiß-Aufnahmen des Seniorchefs zu kennen glaubt.

Aber das Heer der Diktiergeräte ist natürlich vielfarbig und aktuelle Diktiermikrofone bieten den mobilen Top-Geräten im Arbeitsalltag durchaus Paroli. Wenn die Mobilität nämlich keine Rolle spielt, — und das ist sehr viel häufiger als angenommen der Fall —, greifen Autoren beherzt zum „Knochen“ am langen Kabel.

Mit seinen „SpeechMikes“ landet PHILIPS seit etwa zwei Jahrzehnten Verkaufserfolge in Millionenzahl. Die Modellreihe — in mittlerweile dritter Generation gefertigt — ist dabei zum Synonym der Geräteklasse geworden. Es gibt zahlreiche Varianten und Versionen der Modelle, etwa das SpeechMike Premium oder das SpeechMike Premium Touch. Ein Kuriosum stellt das SpeechMike Premium Air dar, das teil-mobil ist, wenn man so sagen darf: Es benötigt die dauerhafte Kabelbindung an den PC nicht, kann aber nicht weiter als 10 Meter aus seinem Umkreis entfernt werden. Das SpeechMike Air überträgt die Sprache des Diktanten an ein Bluetooth-Empfangsmodul am PC.

Die Anwender, die aus purer Gewohnheit zu solchen Geräten greifen, werden immer weniger — die Zeit der der analogen Diktierstationen, die den SpeechMikes Vorbild waren, liegt einfach schon zu lange zurück. Die Haptik ist ein gewichtiger Entscheidungsgrund für den Kauf der heutigen Interessenten. Denn trotz der ergonomisch perfekt designten mobilen Diktiergeräte punkten die Diktiermikrofone schlichtweg über die Größe: Sie müssen in keine Brusttasche passen, haben die Handlichkeit eines wirklichen Werkzeugs und somit auch größere Bedienelemente. Dafür ist aber der Preis für gewöhnlich deutlich niedriger als der bei den technisch aufwendiger konstruierten und bestimmungsgemäß kleineren Handdiktiergeräten.

Ein günstiger Preis und die Steuerungsmöglichkeiten über Schiebeschalter, Drucktasten, Trackball oder Touchpad lassen Diktiermikrofone zu gefragten Eingabegeräten für die Spracherkennung werden. Headsets, die Spracherkennungsprogrammen jahrelang beilagen und weiterhin häufig fürs Online-Diktat genutzt werden, wirken dagegen geradezu eindimensional. Mit ihnen kann Sprachbefehle zur Steuerung innerhalb des Diktats absetzen — und das war’s. Um wieviel ist eleganter ist es, wenn das Gerät zu Spracheingabe gleichzeitig Maussteuerung ist, zu löschenden Text markiert und mit einem Klick zu entfernt?

Die wachsende Zahl der Spracherkennungs-Anwender hat OLYMPUS im Visier. Gleich 5 Modelle stellt der Hersteller heute als seine dritte Generation von Diktiermikrofonen mit der Bezeichnung RecMic vor: RM-4110S, RM-4100S, RM-4015P, RM-4010P und RM-4000P. Die Abstimmung auf die Erfordernisse von Eingaben, die nicht nur der Aufzeichnung sondern auch der Erkennung von Diktaten genügen müssen, fanden wir bei unserem Testgerät hervorragend. Dazu tragen einerseits die verbauten hochempfindlichen Mikrofone und andererseits eine wirksame Unterdrückung von Nebengeräuschen bei, die in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen zugeschaltet werden kann. Komfortabel fanden wir die Umschaltung der Spracherkennungsmodi „Dragon“ oder „Windows“ mittels Funktionstaste. Interessant, dass einmal an die betriebssystemeigene Spracherkennung von Rechnern gedacht wird! Ein einmaliges Feature ist die Erkennung der neuen RecMics als Tastatur. Das sorgt derzeit für eine unschlagbare Kompatibilität: Jeder Rechner, der eine Tastatur erkennt, wird auch ein OLYMPUS-RecMic erkennen. Das ist ein neuer, durchaus gewitzter Ansatz, um IT-Ressourcen zu schonen und ein Mehr an Anwendern zu gewinnen. Wir wünschen dem Hersteller dabei den besten Erfolg!