Digitale Schreibplätze

Digitale Schreibplätze mit Fußschaltersteuerung

Sie sind schwarz, flach, unscheinbar. Unbeeinflußt von modischen Trends hangeln Schuhe nach ihnen, wenn sie verrutschen; und sie haben keinen Namen – wenn man den Gattungsbegriff als solchen nicht gelten läßt. Sie ahnen es bestimmt, wenn Sie Sekretärin sind, daß in unserem Zusammenhang nur von Fußschaltern die Rede sein kann, und Sie werden vielleicht heftig widersprechen: GRUNDIG hat seinem F 536 eine zeitgenössisch-blaue Bodenplatte spendiert. Wir stimmen Ihnen zu, daß es auch über Fußschalter einiges zu sagen gibt.

Als Eingeweihter könnte man sich noch ein wenig bei der Bauform aufhalten, weil beispielsweise SANYO das mittlere der oftmals als Trio auftretenden Pedale als einziger Hersteller am vorderen Rand des Fußschalters positioniert hat. Aber wer ist schon Eingeweihter? Und überdies mag die Pedalposition nebenrangig bleiben, weil man sich an diese Gegebenheit zweifelsohne schon in kurzer Zeit gewöhnt. Wichtiger ist, daß SANYOs Fußschalter einzig über die USB Schnittstelle mit dem Rechner verbunden werden kann und die Frage aller Fragen ist die Software, an der das hoffentlich gewichtige Bauteil hängt.

Der kleinste gemeinsame Nenner einer digitalen Wiedergabestation ist die Steuerung des normalen und des schnellen Vorlaufs sowie des Rücklaufs von Diktaten mittels Fußschalter. Genau das kennen wir von analogen Wiedergabestationen, und es gibt selbstverständlich keinen Anbieter digitaler Lösungen, der diesen minimalen Anspruch nicht erfüllt. Freilich: Mit SpeechMike Executive Transkribieren (Bild 1) erfüllt PHILIPS nur wenig mehr.

Die wirklichen Unterschiede beginnen bei den Funktionalitäten, die Nutzern analogen Equipments aus technischen Gründen nicht zur Verfügung gestellt werden konnten und die den Anspruch digitaler Systeme einzulösen haben.

So handelt es sich beispielsweise bei der Wiedergabesoftware DSS Player PRO, welche dem AS-3000 PC Wiedergabe Kit (Bild 2) von OLYMPUS standardmäßig beiliegt, um eine netzwerkfähige Applikation. Mit ihrer Hilfe kann die Schreibkraft die Produktion mehrerer Autoren im firmeneigenen Netz einsammeln, entsprechend vergebener Prioritäten abarbeiten und die entstehenden Texte ggf. per E-Mail an Dritte senden. (Bilder 3a/b)

Die Anbindung an E-Mail Systeme ist ein quasi Standard digitaler Schreibplätze. Im Detail unterscheidet sich die bereitgestellte Funktionalität jedoch ganz erheblich. Beim bereits genannten DSS Player PRO lassen sich – MAPI Konformität des Mailprogramms vorausgesetzt – *.dss Dateien aus der ungeöffneten Standardmailbox filtern; in Steno.type (Bild 4) von GRUNDIG lassen sich immerhin bevorzugte E-Mailempfänger anlegen (Bild 5), wohingegen die Mailunterstützung im SANYO Programm PC Memo Scriber (Bild 6) bislang nur dem Autor zugute kommt, die Schreibkraft bleibt außen vor.

Für die meistgekauften digitalen Schreibplätze von Markenherstellern scheint uns der Umstand erwähnenswert, daß nur die OLYMPUS (*.dss, *.wav, *.wma) und die PHILIPS Software (*.dss, *.wav) das Abspielen unterschiedlicher Formate mittels Fußschalter unterstützen. Die Konkurrenzprodukte ermöglichen in unterschiedlichem Maße die Konvertierung, welche ins Labyrinth anderer, nur mit der Maus zu steuernder Wiedergabeprogramme führt.

Die umfassendste Lösung unter den Applikationen für die Diktatwiedergabe ist derzeit zweifelsohne die DSS Player PRO Software von OLYMPUS. An Funktionen, die andere Hersteller bieten, fehlen ihr für unseren Geschmack nur die Diktatverknüpfung (Memo Scriber) und ein Zugriffsschutz, der vom übermittelten Diktat gesteuert wird (Steno.type). Aber das sind Defizite, die spielend von anderen einzigartigen Funktionen des Programms aufgewogen werden.

Bild 1: Die dürftige Transkriptionssteuerung von SpeechMike Executive Transkribieren unterstützt elementare Wiedergabefunktionen.

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Bild 2: Bei der OLYMPUS DSS Player PRO Software hat die Schreibkraft die Wahl, detailierte Diktatinfos und das Steuermenü zu sehen oder die Steuerung allein anzuwählen.

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Bild 3 a und b: Steuermodule der DSS Player PRO Software in unterschiedlicher Ausführung.

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Bild 4: GRUNDIG Steno.type ist klar strukturiert und läßt beim einfachen Zugriff auf Diktate, Diktatinfos, Verzeichnisse und Medien keine Wünsche offen.

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Bild 5: Eingabe bevorzugter Mailempfänger in Steno.type.

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Bild 6: Die SANYO MemoScriber Diktattabelle.

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