DS-5000, DS-7000

Digitale Diktiergeräte mit verbesserter Softwareanbindung

Was ist 2017 für Nutzer so ausgereifter Diktiergeräte wie einem DS-7000, einem DPM-8000 oder einem DPM-8200 zu erwarten? Unserer Meinung nach wird sich an diesen Geräten in den nächsten Monaten nichts tun. Auch Diktiermikrofonen wie dem SpeechMike 3200 oder dem DR-1200 unterstellen wir ein freudebringendes Weiterleben in der nächsten Zeit.

Die Hersteller OLYMPUS und PHILIPS haben an diesen Geräten eigentlich nichts zu verändern: Die Kunden sind zufrieden. Anwalt A schwört auf sein DS-7000, Gutachter B vermag an seinem DPM 8200 keinen Makel zu finden und in Krankenhäusern sind die stationären Lösungen zum Diktieren weiterhin en vogue. Der Konkurrenz- und Entwicklungsdruck wird neue Modelle mit blinkenden Kinkerlitzchen ganz gewiß zustande bringen, und wir werden feststellen, dass wir genau DIE schon immer hatten haben wollen. Aber das ist es nicht. Das steht bei den Entwicklern auf dem Plan, wird einestags kommen, begleitet von glänzendem Prospektmaterial; tages-aktuell liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Software. Punkt.

PHILIPS bestätigt diese Ansicht jetzt mit Einführung der Diktatverwaltungssoftware SpeechExec Pro in der Version 10. Noch Anfang des Jahres hatten wir geunkt, dass eine noch stärkere Hinwendung zur Spracherkennung kommen wird. Mit der neuen PHILIPS-Version in den Ausführungen PSE4400 und PSE4500 liegt nun das erste Herstellerprogramm mit vollintegrierter Erkennung vor.

Das hat einiges für sich: Der Installationsprozeß ist stark vereinfacht, weil beide Programme in einem Zuge und mit den bei der Ersteinrichtung notwendigen Verknüpfungen installiert werden. Beim Direktdiktat sind im linken Bereich des Diktat-/Umsetzungsfensters die Steuerbefehle für die Spracherkennung sichtbar — der funktionsabhängige Wechsel zwischen Diktat- und Erkennungsprogramm und deren unterschiedlichen Fenstern entfällt. Vor allem Anfänger in der Spracherkennungswelt dürften daran ihre Freude haben. Sollen Diktate, die auf einem PHILIPS Handdiktiergerät erstellt und abgelegt wurden, verschriftlicht werden, schaut der Anwender in dem voll automatisierbaren Prozeß ggf. noch auf zwei (Arbeits-)Ablaufbalken und öffnet den fertig erstellten Text. Die SpeechExec Pro-Umgebung verläßt er dabei nicht.

So gut Dragon – kein anderes Spracherkennungsprogramm werkelt im Hintergrund – in den Arbeitsumgebungen von Autor und Schreibkraft aufgegangen ist: dass hier zwei Firmen mit unterschiedlichen Interessen zusammen arbeiten, merkt man letzten Endes doch. Für NUANCE, den Dragon-Hersteller, ist die Verschriftlichung von Dokumenten für den Ausdruck nur ein Anwendungsfall unter vielen. Prinzipiell geht es um die Eliminierung der Tastatur als Schnittstelle, um den ganzen PC und jedwedes Programm mittels Sprache zu steuern. So kann bspw. eine E-Mail zur Gänze mündlich erstellt und versandt werden. Diese Funktionsvielfalt ist in der Kombination mit SpeechExec Pro nicht gegeben. Ein Programm zu öffnen, eine Webseite durch Spracheingabe zu suchen oder d i r e k t ins Mailprogramm zu sprechen ist nicht möglich. Auch die Resistenz gegenüber den zu erwartenden Dragon-Upgrades muß man der ansonsten wie aus einem Guß wirkenden PHILIPS-NUANCE Kollaboration leider attestieren.

Fazit: Es ist weiter voran gegangen in dem Bemühen, moderne Diktiergeräte noch leistungsfähiger zu machen. Es ist nachvollziehbar, dass dabei derzeit die Softwareentwicklung die Hauptrolle spielt. Und es ist durchaus hinzunehmen, dass das weite Feld der Wünsche dabei nur peu á peu befriedet wird.

2 Gedanken zu „Digitale Diktiergeräte mit verbesserter Softwareanbindung

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