Das Schweizer Messer für die Konferenz

Diktiergeräte wie das DS-4000, das DPM 9600 oder das DPM 9620 sind die Pflicht der erfolgreichen Diktiergerätehersteller, wenn es um die digitale Sprachverarbeitung der Profis geht. Im Gegensatz zu Diktiermikrofonen oder Headsets hat man mit jedem dieser Geräte die räumliche Freiheit beim Diktat, aber, noch wichtiger, auch die auf den Anwendungszweck getrimmte Funktionalität, die ein Spezialwerkzeug auszeichnet. Während die Pflichtteile silbrig schimmernd ihren Dienst in der Hand tun, glänzt PHILIPS seit neuestem mit der Kür.

Das Conference Recording System 955 (CRS 955) basiert auf den technisch anspruchsvollen Diktiergeräten der DPM III Serie, wurde aber für die Aufzeichnung von Arbeitsbesprechungen, Teamsitzungen, Konferenzen oder Interviews weitreichend modifiziert. Die Familienzugehörigkeit des im Zentrum stehenden Recorders sieht man seiner Bauform deutlich an, Elemente des Standard-Zubehörs wie die Dockingstation der DPM 96×0 tauchen auf und, was das Innenleben des „getunten Diktiergeräts“ angeht: die stark komprimierenden „Diktatformate“ DSS und DSS Pro können zur Aufzeichnung genutzt werden. Für den Mitschnitt einer längeren Teamsitzung macht das durchaus Sinn, weil die entstehenden kleinen Dateien eine ausreichende Verständlichkeit des Gesprochenen bieten und beim Versand oder der Weiterverarbeitung mit dem PC für die geringste Netzwerkbelastung sorgen. Ergänzt das CRS 955 vorhandene Ausstattungen mit professionellen PHILIPS Diktiergeräten, die ausnahmslos DSS oder DSS Pro Dateien bereitstellen, ist die Aufzeichnung in den gleichen Formaten besonders anwenderfreundlich. Denn obwohl die zum Lieferumfang des CRS 955 gehörende Software auch andere Formate, und seit neuestem MP3 wiedergeben kann, wird ein einheitliches Format bei der Weiterbearbeitung vom Standard-Anwender am meisten geschätzt.

Dass die Unterstützung des Workflows von Bestandskunden ein Aspekt bei der Entwicklung des neuen Konferenz Sets gewesen ist, darf unterstellt werden. Auch der wachsende Bedarf dieser Zielgruppe in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen oder Kanzleien an zusätzlichem, leicht zu bedienendem Equipment zur akustischen Protokollierung von Sitzungen oder Meetings aller Art liegt auf der Hand. Die gefundene Lösung legt aber ebenso nahe, dass Veranstalter von Konferenzen oder Tagungen, vielleicht auch die sie betreuenden Firmen, als potentielle Kunden gesehen werden. Das Stichwort „Workflow“ taugt auch in diesem Umfeld zur Illustration; denn allzuoft zeigt es sich in der Praxis, dass die Probleme eigentlich erst beginnen, wenn der „Ton im Kasten“ ist:

  • In welchem Format wurde aufgezeichnet?
  • Welches Medium kann und will ein Hörer beim Abspielen verwenden?
  • Sind Format und Medium auch noch brauchbar, wenn transkribiert, vielleicht
    sogar nur passagenweise transkribiert werden soll?

All diese Probleme gehören mit dem CRS 955 der Vergangenheit an, weil es den PROZESS abbildet, der in den angenommenen Umgebungen vom ersten Ton bis zum fertigen Dokument führt.

  • Die Größe des Zuhörerkreises mag wechseln, also müssen die Mikrofone kaskadierbar sein.
  • Passagen des Protokolls müssen für die Weiterverarbeitung markiert oder herausgehoben werden, es muß also eine Indexfunktion geben, möglichst mit Fernbedienung.
  • Die Adressaten der Aufzeichnung werden diese mit Windows Bordmitteln wiedergeben, also ist das mit dem Windows Media Player kompatible MP3 als Aufzeichnungsformat der Veranstaltung eine gute Wahl.

Die Aufzählung möglicher Anforderungen an ein universelles Aufnahme-Werkzeug mitsamt des Häkchens für die gelungene Realisierung läßt sich bei diesem Equipment ohne weiteres fortführen. Stichwort Fernbedienung. Sie ist eine nützliche, im Grunde sogar unentbehrliche Ergänzung des Hauptgeräts, weil sie den Druck auf die an ihm befindlichen Tasten und somit auch ungewollte Ruckel-Geräusche erspart. Wie erwartet, lassen sich AUFNAHME und STOP mit der PHILIPS Fernbedienung steuern. Ein schönes Detail aber ist, dass die AUFNAHME mittels LED auch signalisiert wird, und ein anderes, dass sich mittels einer EOL-(End-of-Letter)Taste Aufnahmen „abschließen“ lassen. Im Gegensatz zur STOP Funktion wird mit diesem EOL-Tastendruck nicht die jederzeit wieder beendbare Aufnahmepause eingeleitet, sondern die Fortsetzung der Aufnahme in einer neuen Datei erzwungen. In der Praxis lassen sich auf diese Weise Tagungsordnungspunkte, Sprecher oder eben einfach nur Vor- und Nachmittag einer Konferenz wunderbar separieren.

Stichwort Aufsteckmikrofon. Formal gut gemacht, deckt es bei Gebrauch die Oberseite des Recorders komplett ab und läßt an die guten alten Reportermikrofone denken, deren Kabel im Sony Recorder endeten. Die Assoziation kommt nicht von ungefähr, gehört das Mikrofon doch als Hilfsmittel für die journalistische Arbeit zu den Bestandteilen des CRS 955. Wird es für ein Interview aufgesteckt, wechselt die Aufnahme vom Monostandard des eingebauten Mikrofons in die Zweikanalaufzeichnung – und hat dem Kopf, der an diesen Wechsel hätte denken wollen, überflüssige Arbeit abgenommen.

Indes könnten auch für einen Journalisten die beiden anderen zum System gehörenden Mikrofone zur bevorzugten Erweiterung des Aufnahmegeräts werden. Sinnvollerweise sind sie als Grenzflächenmikrofone ausgelegt, arbeiten also vor allem und besonders wirkungsvoll mit den von umgebenden Flächen reflektierten Schallwellen. Gut 10 qm werden bei überlegter Aufstellung der beiden schicken Mikrofone akustisch ausgeleuchtet und sorgen beim Interviewten für Streßabbau, weil er das Mikro am ausgestreckten Arm seines Gegenübers nicht zu sehen bekommt. Aber auch bei einem Meeting mit 9 oder 10 Teilnehmern wird das Gesprochene so erfasst, dass die Aussagen im Nachhinein gut zu verstehen sind und als Transkriptionsgrundlage taugen. Eine simple, tontechnisch verlustbehaftete Reihenschaltung von bis zu 6 Mikrofonen vergrößert den Aufnahmeraum, ohne den üblichen Vorverstärker, ein Mischpult und einen Verstärker zu Hilfe zu nehmen. Für den HiFi-Freak sind die entstehenden Aufnahmen von bis zu 30 Teilnehmern trotz des für die Aufnahme zur Verfügung stehenden PCM Formats sicherlich nichts; aber er spielt ja auch allzugern an irgendwelchen Reglern mit vergoldeten Kontakten, die dem pragmatischen Protokollanten fremd sind. Für ihn besteht der Charme des PHILIPS Systems gerade darin, dass er es nach 30 Minuten grundsätzlich kennt und allenfalls in unbekannten Räumen noch einmal 5 Minuten für eine Testaufnahme braucht, um einen wirklich passablen Mitschnitt zu realisieren.

Ist der „Ton im Kasten“, wandern auch die Systembestandteile wieder dorthin, denn PHILIPS liefert die genannten Elemente (und bspw. auch Akkus und einen europaweit verwendbaren Netzadapter) im stabilen Aufbewahrungskoffer aus Metall. Einzig ein Überspielkabel für den direkten Anschluß des Recorders an eine vorhandene Beschallungsanlage vermissen wir in diesem Zusammenhang. Angesichts des Preis-Leistungsverhältnisses dieses ansonsten wohldurchdachten Produkts ist ein solches Kabelchen aber besser an dritter Stelle erworben, als von einem Defizit zu sprechen.

FAZIT: Aufbau, Inbetriebnahme und Bedienung des CRS 955 stellen keine Herausforderung dar, obwohl sein Einsatzspektrum von der Interviewaufzeichnung bis zum Mitschnitt von Konferenzen mit bis zu 30 Teilnehmern reicht. Eine Fülle von Produktdetails unterstützt diejenigen, die für Sprachaufnahmen und deren weitere Verarbeitung verantwortlich sind. Sie haben mit dem PHILIPS System das Universalwerkzeug für schnell realisierte Aufzeichnungen in der Hand.

Weiterführende Informationen zum Philips Conference Recording System 955 finden Sie auf konfgerenzmitschnitt.de.

Kaufen können Sie das System auf Diktiertechnik.de